PHP 8.2 läuft aus: Was WordPress-Betreiber bis 31.12. tun sollten

Php 8.2 Ende Des Support

Verfasst von

in

5 Min. Lesezeit

Am 31. Dezember 2026 endet die Sicherheitsunterstützung für PHP 8.2. Danach schließt das PHP-Team dort keine Lücken mehr. Das betrifft sehr viele WordPress-Websites: Laut der Statistik von WordPress.org läuft rund ein Viertel aller Installationen auf PHP 8.2, und zusammen mit den noch älteren Versionen sind es über 60 Prozent. Dieser Artikel erklärt, was das Supportende bedeutet, welche Version du stattdessen nimmst und wie du ohne böse Überraschung umstellst.

Was das Supportende bedeutet

PHP ist die Programmiersprache, in der WordPress und fast alle Plugins geschrieben sind. Jede PHP-Version bekommt zwei Jahre lang Fehlerkorrekturen und danach noch zwei Jahre nur Sicherheitskorrekturen. Ist auch diese Zeit vorbei, werden neu entdeckte Lücken nicht mehr geschlossen.

Deine Website hört am 1. Januar nicht auf zu funktionieren. Sie läuft weiter, nur ohne Sicherheitsnetz. Wie es dann weitergeht, entscheidet oft der Hoster. Manche stellen alte Versionen früher oder später selbst um. Andere, etwa IONOS und Strato, bieten einen kostenpflichtigen „PHP Extended Support“ an, der alte Versionen gegen eine monatliche Gebühr weiter mit Sicherheitskorrekturen versorgt. Bei Strato startete dieser Zusatzdienst für PHP 8.1 am 2. März 2026, gut zwei Monate nach dessen offiziellem Supportende; für neuere Versionen beginnt er laut Strato jeweils zeitnah zum Ende des offiziellen Supports. Wer nicht rechtzeitig umstellt, zahlt also unter Umständen für etwas, das er nicht braucht.

Welche PHP-Versionen wie lange unterstützt werden

PHP-VersionErschienenSicherheitsupdates bis
8.1 und älter–bereits beendet
8.2Dezember 202231.12.2026
8.3November 202331.12.2027
8.4November 202431.12.2028
8.5November 202531.12.2029
Quelle: php.net, Supported Versions (Stand 28. September 2026)

WordPress selbst ist dabei nicht das Problem: Die aktuellen Versionen 7.0 und 7.1 laufen offiziell mit PHP 7.4 bis 8.5. Mehr zu den Neuerungen steht in unserem Artikel zu WordPress 7.0 und 7.1. Die Frage ist fast immer, ob Theme und Plugins mitspielen.

Welche Version du wählen solltest

Für die meisten Websites ist PHP 8.4 heute die vernünftige Wahl: seit fast zwei Jahren im Einsatz, von Plugins breit unterstützt und mit Sicherheitsupdates bis Ende 2028. Auch Strato empfiehlt mindestens 8.4. PHP 8.3 ist ein möglicher Zwischenschritt, wenn ein wichtiges Plugin mit 8.4 noch Probleme hat, verschafft dir aber nur ein Jahr. PHP 8.5 ist die neueste Version und lohnt sich, wenn alle Plugins sie ausdrücklich unterstützen.

In fünf Schritten zur neuen PHP-Version

  1. Version herausfinden: Im WordPress-Dashboard unter Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht, Abschnitt „Server“, steht die PHP-Version. Alternativ zeigt sie das Kundenmenü deines Hosters.
  2. Sichern: Dateien und Datenbank, am besten mit einer Kopie außerhalb des Servers. Dann kannst du im Zweifel zurück.
  3. Theme und Plugins aktualisieren und prüfen: Auf der Seite eines Plugins im WordPress-Verzeichnis steht, welche PHP-Version es mindestens braucht und wann es zuletzt aktualisiert wurde. Plugins, die seit Jahren kein Update bekommen haben, sind die üblichen Kandidaten für Probleme.
  4. Testen: Am sichersten auf einer Kopie der Website, wenn dein Hoster das anbietet. Sonst stellst du die Version zu einer ruhigen Zeit um, prüfst sofort und stellst bei Problemen zurück. Bei den meisten Hostern ist die PHP-Version im Kundenmenü pro Domain einstellbar und lässt sich genauso schnell wieder ändern.
  5. Nach dem Umstellen prüfen: Startseite, Kontaktformular, Editor, ein Bild hochladen, Suche, bei einem Shop eine Testbestellung. Schau außerdem ins Fehlerprotokoll: Warnungen über veraltete Funktionen zeigen, welches Plugin demnächst Ärger machen kann.

Ein Detail, das gern übersehen wird: Geplante Aufgaben, die dein Hoster per Cronjob auf der Kommandozeile startet, laufen dort manchmal mit einer anderen PHP-Version als die Website selbst. Wenn du solche Aufgaben nutzt, prüf deren Einstellung gleich mit.

Was tun, wenn ein Plugin nicht mitspielt?

Zuerst die aktuelle Version des Plugins einspielen und im Changelog nachsehen, ob der Hersteller die neue PHP-Version schon unterstützt. Gibt es keine Korrektur, hilft oft eine Nachfrage beim Hersteller oder im Support-Forum des Plugins. Wird ein Plugin gar nicht mehr gepflegt, ist das der Zeitpunkt für einen Ersatz, denn ein verwaistes Plugin ist auch unabhängig von PHP ein Sicherheitsrisiko.

Die Extended-Support-Angebote der Hoster können eine Brücke sein, wenn du für den Ersatz noch Zeit brauchst. Als Dauerlösung sind sie teuer und schieben das Problem nur auf.

Wenn du das nicht selbst erledigen willst: In der WordPress-Wartung planen wir die Umstellung, testen sie vorher auf einer Kopie deiner Website und sagen dir, welche Plugins Probleme machen und welche Möglichkeiten es gibt. Ob wirklich alles reibungslos läuft, hängt auch von fremdem Code ab. Deshalb gehört das Zurückstellen auf die alte Version immer mit zum Plan.

Häufige Fragen zum Supportende von PHP 8.2

Funktioniert meine Website ab Januar nicht mehr?

Doch, sie läuft weiter. Nur werden neu entdeckte Sicherheitslücken in PHP 8.2 nicht mehr geschlossen. Was dein Hoster dann macht, ist unterschiedlich: Manche stellen früher oder später selbst um, andere berechnen für den Weiterbetrieb eine monatliche Gebühr. Am besten stellst du vorher selbst um, dann bestimmst du den Zeitpunkt.

Wo sehe ich, welche PHP-Version meine Website nutzt?

Im WordPress-Dashboard unter Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht, im Abschnitt „Server“. Der Website-Zustand weist außerdem selbst darauf hin, wenn die PHP-Version veraltet ist.

Soll ich auf PHP 8.3, 8.4 oder 8.5 wechseln?

Für die meisten Websites auf PHP 8.4: breit unterstützt und mit Sicherheitsupdates bis Ende 2028. PHP 8.3 bekommt nur bis Ende 2027 Updates und ist eher ein Zwischenschritt. PHP 8.5 ist die neueste Version und lohnt sich, wenn alle Plugins sie ausdrücklich unterstützen.

Was ist PHP Extended Support und brauche ich den?

Einige Hoster, etwa IONOS und Strato, versorgen alte PHP-Versionen nach dem offiziellen Supportende gegen eine monatliche Gebühr weiter mit Sicherheitskorrekturen. Das kann eine Übergangslösung sein, wenn ein wichtiges Plugin noch nicht mitspielt. Wer rechtzeitig umstellt, braucht ihn nicht.

Kann ich die Umstellung wieder rückgängig machen?

In der Regel ja: Bei den meisten Hostern stellst du die PHP-Version im Kundenmenü um und genauso schnell wieder zurück. Solange die alte Version dort noch angeboten wird, ist das dein Notausgang, wenn nach dem Wechsel etwas nicht funktioniert. Eine Sicherung vorher gehört trotzdem dazu.