WordPress hat 2026 zwei große Versionen veröffentlicht: 7.0 „Armstrong“ am 20. Mai und 7.1 „Mary Lou“ am 19. August. Dazu kamen im September zwei Sicherheitsupdates, eines davon mit einer als kritisch eingestuften Lücke. Dieser Artikel fasst zusammen, was sich geändert hat, was davon für deine Website wirklich zählt und worauf du beim Update achten solltest.
Zuerst das Wichtigste: die Sicherheitsupdates im September
Am 17. September erschien WordPress 7.1.1 mit elf Sicherheitskorrekturen, darunter eine Lücke, über die Besucher ohne Anmeldung Schadcode in Kommentare schleusen konnten, sofern der Kommentar freigegeben wurde. Fünf Tage später folgte 7.1.2 mit der Korrektur einer kritischen Lücke: Unter bestimmten Bedingungen von Server und Theme konnte ein Angreifer ohne Anmeldung Code auf dem Server ausführen. Das WordPress-Team empfiehlt bei beiden Versionen, sofort zu aktualisieren.
Solche Wartungs- und Sicherheitsversionen spielt WordPress auf den meisten Websites automatisch ein. Prüf trotzdem im Dashboard unter „Aktualisierungen“, welche Version bei dir läuft. Die Korrekturen wurden auch für ältere Versionszweige nachgeliefert, aktiv unterstützt wird aber nur die jeweils neueste Version.
WordPress 7.0 „Armstrong“ im Überblick
Version 7.0 ist nach dem Jazzmusiker Louis Armstrong benannt. Laut WordPress haben mehr als 875 Menschen daran mitgewirkt, darunter über 200 zum ersten Mal, mit mehr als 420 Verbesserungen und Korrekturen. Die wichtigsten Neuerungen:
KI-Schnittstelle im Kern
Ein neuer AI Client lässt WordPress mit generativen KI-Modellen sprechen. Verbindungen verwaltest du zentral im Bildschirm „Connectors“, mit drei Voreinstellungen oder eigenen Anbietern. Von sich aus tut die Schnittstelle nichts; die Funktionen kommen über Plugins, etwa das offizielle KI-Plugin.
Neues Dashboard
Ein modernes Farbschema, sanfte Übergänge zwischen den Bildschirmen und die Befehlspalette über Strg+K bzw. ⌘K. Dazu eine eigene Seite zur Schriftverwaltung, die auch mit klassischen Themes funktioniert, und ein Revisions-Regler, mit dem du durch ältere Fassungen blätterst.
Blöcke und Gestaltung
Galerie mit Lightbox-Diashow, neue Blöcke für Breadcrumbs und Icons, eigenes CSS direkt am einzelnen Block und die Möglichkeit, Blöcke je nach Gerät ein- oder auszublenden. Das Menü-Overlay für Smartphones lässt sich jetzt mit Blöcken und Vorlagen gestalten.
Für Entwickler bringt 7.0 unter anderem die Registrierung von Blöcken und Vorlagen allein über PHP und einen erweiterbaren Website-Editor. Zwei Punkte betreffen jede Website: Die Mindestanforderung an den Server steigt auf PHP 7.4. Und die angekündigte Echtzeit-Zusammenarbeit, also das gleichzeitige Bearbeiten eines Beitrags durch mehrere Personen, wurde am 8. Mai kurz vor der Veröffentlichung wieder aus 7.0 herausgenommen.
WordPress 7.1 „Mary Lou“ im Überblick
Version 7.1 ehrt die Jazzpianistin Mary Lou Williams. Laut WordPress haben mehr als 800 Menschen mitgearbeitet, über 170 davon zum ersten Mal, mit mehr als 1.500 Verbesserungen und Korrekturen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Arbeiten im Editor und auf Medien.
Bildverarbeitung im Browser
Komprimieren, Skalieren und das Erzeugen der Vorschaubilder übernimmt jetzt der Browser, über eine WebAssembly-Fassung der Bibliothek libvips. Das entlastet den Server und umgeht Speichergrenzen und Zeitüberschreitungen bei großen Uploads. Neu unterstützt werden AVIF, HEIC vom iPhone und HDR-Gain-Maps.
Neuer Bildeditor
Ein eigenes Fenster ersetzt das bisherige Zuschneiden im Editor: freies Zuschneiden und feste Seitenverhältnisse, Spiegeln, feine Drehung und Bearbeiten der Metadaten an einer Stelle. Die Mediathek scrollt jetzt endlos; wer die Seitenansicht lieber mag, stellt sie im Profil zurück.
Responsive Gestaltung
Wie ein Block auf verschiedenen Bildschirmgrößen aussieht, lässt sich jetzt direkt im Editor und in den globalen Stilen festlegen, ohne eigenes CSS. Dazu Hover- und Fokus-Stile für Buttons und zwei neue Blöcke: Tabs und Playlist.
Außerdem bleibt die Admin-Leiste jetzt in allen Editoren sichtbar, und Notizen für die Zusammenarbeit lassen sich an einzelne Textstellen hängen, mit Formatierung und @-Erwähnungen. Die nächste große Version, 7.2, ist laut WordPress für Dezember geplant.
Was die Neuerungen für Plugins und Themes bedeuten
Große Versionen ändern Dinge, auf die sich ältere Plugins und Themes verlassen haben. Bei 7.0 und 7.1 sind das vor allem drei Stellen:
- Der Beitragseditor läuft seit 7.1 für alle Themes in einem eigenen Rahmen (iframe), getrennt vom übrigen Admin-Bereich. Das macht die Darstellung verlässlicher. Plugins und Themes, die ihre Editor-Stile noch auf dem alten Weg einbinden, können dadurch aber anders aussehen als vorher.
- Die Bildverarbeitung wandert in den Browser. Plugins, die beim Hochladen selbst Bilder umwandeln, komprimieren oder Vorschaubilder erzeugen, arbeiten jetzt mit einem anderen Ablauf zusammen. Nach dem Update lohnt ein Test mit einem großen Foto und einem Bild im Format, das du am häufigsten hochlädst.
- Das neue Admin-Design kann Einstellungsseiten von Plugins, die stark eigenes CSS mitbringen, optisch durcheinanderbringen. Das ist selten kritisch, aber ärgerlich, wenn sich eine Schaltfläche nicht mehr findet.
Wie ein einzelnes Plugin reagiert, lässt sich nur im Test feststellen. Deshalb gehört vor jeden großen Versionssprung eine Sicherung und, wenn möglich, eine Probe auf einer Kopie der Website.
„Protect The Shire“: warum Plugin-Updates später ankommen
Unabhängig von der WordPress-Version hat WordPress.org am 5. Juni 2026 die Initiative „Protect The Shire“ gestartet. Sie soll verhindern, dass manipulierte Plugin- oder Theme-Versionen über automatische Updates in kurzer Zeit auf Millionen Websites landen. Neue Versionen aus dem offiziellen Verzeichnis werden deshalb erst nach einer Wartezeit an automatische Updates verteilt, in der Menschen und ein KI-Prüfassistent namens „Gandalf“ die Änderungen ansehen können.
Gestartet ist die Wartezeit mit 24 Stunden; seit dem 18. Juli liegt sie bei sechs Stunden. Für dich heißt das: Automatische Plugin-Updates kommen etwas später an als die neue Version im Verzeichnis. Wer bei einer bekannten Sicherheitslücke nicht warten will, kann das Update weiterhin von Hand einspielen. Plugins, die nicht aus dem offiziellen Verzeichnis stammen, betrifft die Initiative nicht.
Welche PHP-Version sinnvoll ist
WordPress 7.0 und 7.1 laufen ab PHP 7.4. Das ist aber nur die Untergrenze, nicht die Empfehlung: PHP 7.4 bis 8.1 bekommen keine Sicherheitsupdates mehr, und PHP 8.2 nur noch bis zum 31. Dezember 2026. Sinnvoll sind heute PHP 8.3 oder 8.4. Bevor du beim Hoster umstellst, sollte feststehen, dass alle Plugins mit der neuen Version zurechtkommen.
So gehst du beim Update vor
- Sichern: Dateien und Datenbank, am besten mit einer Kopie außerhalb des Servers.
- Plugins und Theme zuerst aktualisieren, dann WordPress selbst. Hersteller liefern Anpassungen an neue Versionen oft kurz vorher aus.
- Bei großen Versionssprüngen testen: auf einer Kopie der Website, wenn dein Hoster das anbietet.
- Danach prüfen: Startseite, Kontaktformular, Editor, ein Bild hochladen, Darstellung auf dem Smartphone. Bei einem Shop zusätzlich eine Testbestellung.
- Fehlerprotokoll im Blick behalten: Manche Probleme zeigen sich erst nach Stunden, etwa bei geplanten Aufgaben.
Genau diesen Ablauf übernehmen wir in der WordPress-Wartung, wenn du dich nicht selbst darum kümmern willst. Fehlerfrei läuft nicht jedes Update, auch nicht bei uns. Aber mit Sicherung und Prüfung fällt ein Fehler auf, bevor er Kunden auffällt, und lässt sich zurücknehmen.
Häufige Fragen zu WordPress 7.0 und 7.1
Muss ich sofort auf WordPress 7.1 aktualisieren?
Sicherheitsupdates wie 7.1.1 und 7.1.2 solltest du sofort einspielen; meist erledigt WordPress das automatisch. Beim Sprung auf eine neue Hauptversion, etwa von 6.9 auf 7.1, lohnt sich erst eine Sicherung und ein kurzer Test, ob Plugins und Theme mitspielen. Lange warten solltest du aber nicht, weil nur die neueste Version aktiv unterstützt wird.
Warum kommen Plugin-Updates jetzt verzögert an?
Wegen der Initiative „Protect The Shire“ von WordPress.org. Neue Versionen aus dem offiziellen Verzeichnis werden erst nach einer Wartezeit an automatische Updates verteilt, seit Juli sind das sechs Stunden. In dieser Zeit können Prüfer und ein KI-Assistent die Änderungen ansehen. Von Hand kannst du ein Update jederzeit einspielen.
Welche PHP-Version brauche ich für WordPress 7?
Mindestens PHP 7.4. Empfehlenswert sind PHP 8.3 oder 8.4, weil ältere Versionen keine oder bald keine Sicherheitsupdates mehr bekommen; für PHP 8.2 endet die Unterstützung am 31. Dezember 2026.
Kann ich jetzt iPhone-Fotos im HEIC-Format hochladen?
Ja, seit WordPress 7.1. Die Verarbeitung übernimmt der Browser, der das Bild in ein webtaugliches Format umwandelt. Das gilt auch für AVIF und Fotos mit HDR-Informationen. Teste nach dem Update trotzdem einmal mit einem echten Foto, vor allem wenn du Bild-Plugins im Einsatz hast.
Nutzt WordPress jetzt automatisch KI?
Nein. Seit 7.0 enthält WordPress eine Schnittstelle, über die Plugins KI-Dienste ansprechen können, und eine zentrale Verwaltung für die Zugänge. Solange du keinen Anbieter verbindest und kein entsprechendes Plugin nutzt, passiert nichts.

